Martin V. - Der Papst des Konzils

Oddo di Colonna, geboren 1368, war keine fünfzig Jahre alt, als er durch das Konklave im Konstanzer Kaufhaus 1417 als Martin V. zum Papst gewählt wurde. Bemerkenswert an seiner Wahl war, dass der Kardinal auf dem Konzil bis dahin nicht besonders in Erscheinung getreten war und zudem aufgrund seiner unehelichen Abstammung einen ungewöhnlichen Kandidaten darstellte.

Mit seiner Krönung zum Papst auf dem Konstanzer Münsterhof konnte die große Kirchenspaltung als beendet gelten. Damit war eine der dringendsten Aufgaben des Konstanzer Konzils bewältigt worden. Andere Probleme blieben auch nach Auflösung des Konzils 1418 offen. Martin V. hatte sich daher verpflichtet, dem Reformbedarf der Kirche weiter nachzugehen. Für ihn bedeutete dies aber zuallererst, das Papsttum zu stärken und nach Rom zurückzuführen. Bis 1420 gelang es Martin, die politische Situation des Kirchenstaats zu klären und den Heiligen Stuhl der Stadt zu besetzen. Nach seinem Einzug in Rom eröffnete Martin eine Reihe von Baumaßnahmen, die die heruntergekommene Stadt in das Zeitalter der Renaissance überführten. Eine grundlegende Reform der Kirche strebte er zwar nicht an, dennoch unternahm er einige umfangreiche Neuerungen. Dies war unumgänglich geworden, da die Kritik an der Kirche immer weitere Kreise zog. Gegen die aufsässige Bewegung der Hussiten ging Martin mit äußerster Härte vor und ordnete mehrere Kreuzzüge nach Böhmen an. Ferner hielt sich Martin an die in Konstanz getroffene Vereinbarung, weitere Konzilien zu initiieren, die 1423 in Pavia und 1431 in Basel einberufen wurden. Letzteres erlebte Martin nicht mehr, da er im gleichen Jahr verstarb. (sb)

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